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Warn im Kino...

...und der Kritikus notiert

 

15.01.2010 – „Avatar

James Cameron ist ein Action-Filmer. Er war es, der den Terminator erschaffen hat, den Archetypen des seelenlosen Bösewichts. Und genau das ist typisch Cameron: Ob der Terminator, Caledon Hockley in Titanic, oder Colonel Miles Quaritch und seine Schergen in Avatar – Camerons Bösewichte haben keine Seelen, keine Tiefe, sondern sind einfach nur böse. Geradezu stereotyp und mit Attitüden, die eher aus dem 18. Jahrhundert stammen könnten, muten die Bösewichte in Avatar an. Damit das funktioniert, muss das Ganze mit reichlich Action und Effekten dargereicht werden, und das ist die „Heimstrecke“ eines James Cameron, auf der er glänzt wie kaum ein anderer.

Die Tatsache, dass Michelle Rodriguez mitspielt, gibt einem zwar zuerst einmal das Gefühl, in einem drittklassigen Actionfilm zu sitzen, doch da ihre Figur nach 20 Minuten immer noch nicht tot ist, schöpft man Hoffnung auf einen ansprechenden Streifen und gibt der Sache eine Chance. Und tatsächlich, die Geschichte ist besser gestrickt als man erwartet hätte. Da kann man darüber hinwegsehen, dass wir einzig über den Helden der Story, den Marine Jake Sully, einen Hauch von Hintergrund erfahren. Das Oh! und Ah! über das Feuerwerk an Spezialeffekten, das der Regisseur abbrennt, tröstet über alles hinweg, und schließlich findet man sich doch gefesselt von der Tragödie, die sich auf der fernen Welt Pandora ereignet, und wie selbstverständlich ergreift man Partei für die Außerirdischen und wünscht den Vertretern der eigenen Spezies ein gewaltsames Ende. Wie schön, dass die bösen Alien-Invasoren diesmal wir Menschen sind, und dass einer von ihnen sich für die unterlegenen Ureinwohner stark macht.

Fazit: Dieser Film könnte euch gefallen, wenn ihr „Der mit dem Wolf tanzt“ mögt und gleichzeitig auf Science-Fiction, Fantasy und reichlich Badabumm steht. Der Film hat ohne Zweifel dramaturgische Schwächen, doch die sind gut kaschiert. Tom sagt: Daumen hoch!

 

25.01.2008 – „Das Vermächtnis des geheimen Buches

Kennt ihr das? Man freut sich tierisch auf etwas, dann ist es soweit, und plötzlich stellt man fest, dass maneigentlich nur da sitzt, sich am Kopf kratzt und „Wie jetzt?“ sagt. Es geht halt nichts über das „erste Mal“,zumindest ist es bei Filmen sehr oft so. „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ ist ein ordentlich geratener Film, kein Zweifel, doch nicht annähernd so raffiniert und spannend wie sein Vorgänger. Vieles wirkt zu sehr konstruiert, und angesichts von jahrhundertealten Riesenmechanismen, die immer ganz am Ende durch kleine Knöpfe und Hebel aktiviert werden, fühle ich mich dann doch zu sehr an „Relic Hunter“ erinnert, und das ist jetzt ganz bestimmt kein Kompliment! Tom sagt: Wer ohne Erwartung reingeht, bekommt einen guten Abenteuer-Schrägstrich-Actionfilm zu sehen. Vergleichen mit „Das Vermächtnis der Tempelritter“ hält er jedoch nicht stand.

 

18.01.2008 – „I Am Legend“

Wenn man mal davon absieht, dass wir die CGIs größtenteils aus „Die Mumie“ kennen, dass im Film so viele USA-Flaggen wehen, dass man damit alle Leichen, die die Story hinterlässt, abdecken könnte und dass das Ende richtig schön versemmelt ist, dann könnte man „I Am Legend“ beinahe richtig gut finden. Tom sagt: ...diesmal garnix, sondern hat am Ende der Schlussszene den Doug-Heffernanschen Handfurz zum Besten gegeben.

 

12.01.2008 – „Keinohrhasen“

Alle, die grundsätzlich keine deutschen Filme mögen, dürfen jetzt aufstehen und raus spielen gehen. Alle anderen dürfen sich darauf freuen, in einem vollen Kinosaal zu sitzen und ein ums andere Mal ordentlich abzulachen. Die Nebenhandlung ist geschmackvoll garniert: Jürgen Vogel unterzieht sich einer Schönheits-OP, Yvonne Catterfeld darf sich verwegen grinsend Til Schweigers blankes Achterschiff ansehen und der Zuschauer wird in die hohe Schule des Cunnilingus eingeführt. Im Hauptstrang der Geschichte, einer „handelsüblichen“ aber witzigen Liebesgeschichte, tobt sich Nora Tschirner aus, der, wie wir spätestens hier herausfinden, überhaupt nichts peinlich ist. Die Schluss-Szene des Films ist der absolute Kracher – kann Rache noch eleganter sein? Tom sagt: Daumen hoch! Pech für die, die grundsätzlich keine deutschen Filme mögen.

 

05.01.2008 – „Verwünscht“

Ganz ehrlich, so viel Kitsch reicht für zwei Leben! Aber nicht missverstehen: Der Streifen war keineswegs unerträglich, auch wenn plötzliche Gesangsausbrüche während des Films mich normalerweise nach der nächsten geeigneten Hiebwaffe greifen lassen (so wie damals in den Heintje-Filmen, Gott, aufhören!) Was „Verwünscht“ so genießbar macht, ist Disneys äußerst sympathische Bereitschaft, die eigenen Werke zu persiflieren, und so lebt der ganze Film vorrangig vom Kontrast der zwei aufeinander prallenden Welten, der kitschigen Heile-Märchen-Welt und dem, was wir als die harte Realität bezeichnen. Dass letztere am Ende freilich vor ersterer kapituliert, haben wir erwartet und stört uns nicht weiter. Hervorzuheben als Akteure: Ganz vorne weg Susan Sarandon, sowohl im Trick als auch real, und Patrick Dempsey aus „Denial, aka Something About Sex“, einem meiner Lieblingsfilme. Tom sagt: Mit der Liebsten zusammen geht ruhig rein, mit dem besten Kumpel lieber nicht. Sähe doof aus.